In anderen Autorenblogs...

... zu stochern, sich von Link_zu Link_zu Link zu hangeln - das tut manchmal gut. Weil man gelegentlich auf Einträge stößt, die zeigen, dass man mit seinen (Selbst)zweifeln nicht alleine ist.

Typisch: Kaum habe ich mich wieder so richtig in den Roman eingearbeitet, fange ich an zu kritteln und zu vergleichen, und zwar auf höchst unproduktive und unkonstruktive Weise.

Sätze wie "Das muss noch eine ganze Ecke besser werden, wenn ich das jemals veröffentlichen will", "Hm...ist das nicht zu sehr an den Haaren herbeigezogen?" und (der Allrounder unter den Vernichtungssätzen) "Wer will das lesen?" erobern das Denken - und besiegen schließlich den Enthusiasmus, mit dem alles begann.

Das führt wiederum zum nächsten Akt der Selbstsabotage: "Beim ersten Anzeichen von Schwierigkeiten verzweifeln - wie unprofessionell! So wird das nie was mit der Schriftstellerei."

Bumm. Das lähmt.

Heute hätte ich zwischen halb drei und fünf prima Zeit zum Schreiben gehabt, weil eine Nachbarin die Fahrerei mit den Kindern übernehmen konnte.

Und was war? Zweieinhalb Stunden rat- und lustloses Textstochern, Tagträumen, Forenschmökern, dazwischen Spülmaschineausräumen, Namensrecherche für eine weibliche Figur mit "Platzhalternamen" und sinnfreies Googeln nach Bildern von gut gebauten Schauspielern in blauen Badehosen.

Okay! Erwischt.

Irgendwie habe ich es ja doch noch geschafft, die Nicht-Arbeit am Roman in kreative Energie zu verwandeln, und heraus kam ein Kurzgeschichtenplot- über die Muse Thalia, die einen Schauspieler zuerst beflügelt, auf dem Höhepunkt seines Erfolgs von ihm fallen gelassen wird und dadurch zu ganz eigenen Erkenntnissen über Inspiration und Liebe gelangt, während er die Lektion auf seine Weise lernen muss.

Ich finde die Geschichte hinreißend, aber mit der Überarbeitung des Romans bin ich natürlich kein Stück weiter.

Daheim lenkt irgendwie alles ab und die Decke hängt zur Zeit auch bedrohlich niedrig über meinem Haupt.

Neulich kam ich mit so einer guten, alten Notizbuch-im-Café-Sitzung sehr gut weiter. Es war die pure Herrlichkeit! Vielleicht wäre das mal wieder was.

16.12.08 22:53

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Alexander / Website (17.12.08 12:00)
Hi,
genieße die Freiheit auch einmal nicht zu Schreiben. Da haben wir doch einen Vorteil, dass wir nicht bei Großverlagen unter Vertrag stehen und bis zum XY das nächste Manuskript abliefern müssen und die Korrekturen am Besten schon vorgestern eingearbeitet haben. Dann wird das ja langsam echte Arbeit!

Damit ginge ein gutes Stück der Freude am Schreiben verloren.
Grüße von Alex
der ausnahmsweise einmal die Dinge positiv betrachtet.


Sabine (22.12.08 10:48)
Hallo Alexander,

genau das habe ich gemacht - drei Tage lang habe ich mir die Freiheit genommen, nicht zu schreiben, und mich um die Familie und die Weihnachtsvorbereitungen gekümmert, und siehe da: gestern lief es dann wieder super!

Mit dem Druck ist das ja so eine Sache.
Einerseits habe ich schon oft erlebt, dass ich bei engen Deadlines (bei Übersetzungen) erst richtig aufdrehte und dann auch in kürzester Zeit ein brauchbares Ergebnis zustande brachte- und das nur, weil ich die andere Seite eben nicht hängen lassen bzw. ihr zeigen wollte, dass ich das in der kurzen Zeit wirklich leisten kann (und man sich beim nächsten Mal ruhig nochmal an mich wenden darf).

Andererseits habe ich ja (noch...) keinen blassen Schimmer, wie das ist, wenn einem länger als ein paar Tage oder Wochen ein Auftraggeber - hier: Verlag - "im Nacken sitzt" und wieder und wieder Änderungen einfordert. Und dann kommt noch der innere Druck hinzu, die Ängste, ob das Buch gut ankommen wird, die Überlegungen, was man als nächstes Projekt anbieten könnte, um nicht gleich wieder aus dem Rennen zu sein etc.

Man hört ja oft, dass der Kontakt zwischen Autor, Lektor und Verleger in Kleinverlagen ganz anders abläuft, intensiver und persönlicher. Das würde ich mir als "Veröffentlichungsanfängerin" auch dringend wünschen.

Nun ja, aus irgend einem Grund bin ich jetzt natürlich trotzdem dabei, meine ersten hundert MS-Seiten für den Heyne-Wettbewerb hübsch zu machen. An einen Kleinverlag schicken kann ich das abgelehnte MS dann immer noch.

Hoffnung ist was Geiles, ich glaube, die Autorenseele ernährt sich irgendwie davon.


ThomasEliva / Website (10.10.17 11:06)
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