Unter der Taucherglocke, oder: Immer munter rauf und runter

Pling- Zwei Einträge, und die Besucherzahlen schnellen in die Höhe. Wie das die Leser bloß immer spitzkriegen? Ich habe doch gar nicht so viele Abonnenten *grübel*

Na, das motiviert doch.

Seit zwei Tagen bin ich jetzt also dabei, das Grundgerüst meines Romans noch einmal nachträglich aufzustellen, damit die anderen Teilnehmer der Plotgruppe ab dem 8.1. kräftig daran rütteln können, auf dass alles herabfalle, was später nicht zum fertigen Gebäude gehören soll.

Man findet immer etwas, es ist unglaublich. Zum Beispiel fiel mir jetzt auf, dass mein Leiter der Nachtschicht natürlich die ganze Nacht auf dem Polizeirevier hockt, soweit nichts Ungewöhnliches- aber dann sieht man ihn im nächsten Kapitel morgens um neun frisch und frei am Schreibtisch sitzen. Ohne Begründung, wohlgemerkt- als Leserin würde mir das sofort sauer aufstoßen, als Verfasserin lese ich zehnmal drüber, bis ich merke, dass da was nicht stimmt. Versteh' das mal einer.

Rahmenparameter geändert, alles wieder glaubhaft soweit.

Es war ja ein hartes Brot, überhaupt reinzukommen in die Überarbeitung - Dienstagnachmittage haben's bei uns in sich.

Vormittags hatte ich anderweitig zu arbeiten.

Um halb eins daheim zu Mittag essen, dann schnell aufräumen, um 14.00 konnte ich also endlich anfangen zu überarbeiten.

Jedoch: um 14.30 wurde es langsam schon Zeit, den Junior zur Musikstunde zu fahren (Beginn 14.45).

15:00 Uhr: Wieder daheim. Schreiben. Wo war ich nochmal?!

15.30: Shit. Junior & kleine Freundin auf 15.45 schnell aus der Musik abholen, auf 16.00 Uhr ins Turnen fahren.

16.20: Wieder zuhause. Mich schnell wieder in die Tiefen der Geschichte abseilen.

Schade, dass ich um 16.45 wieder los musste, um die Kinder vom Turnen abzuholen

17.20 zu Hause. 17.30 wurde langsam schon nach dem Abendessen geschrien.

Also gut. Dann eben wieder kochen, essen, aufräumen.

18.50: Sandmännchen. Die erste ernstzunehmende Parkmöglichkeit des Tages, die nicht mit langen Autofahrten verbunden war.

Eine Stunde hochkonzentrierte Überarbeitung, bis gerade eben- es geht doch! Nein, Sandmännchen dauert keine anderthalb Stunden, ich weiß. Mir doch egal :-)

Das kann gerne noch den ganzen Abend so weitergehen. Nicht die Fernseherei natürlich, ich meine die Ruhe. Jetzt sorge ich erst einmal für gute Rahmenbedingungen.

Junior: baden, Buch anschauen, schlafen gehen.

Papa: fernsehen, Klappe halten.

 

Mama schreibt.

9.12.08 20:05

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Alexander / Website (11.12.08 09:31)
Hi Sabine,
meine bessere Hälfte sagt, dass die Schreiberei das beste Hobby ist. Papa bleibt zu Hause, trinkt nicht, raucht nicht, zerschmettert sich nicht die Knochen beim Sport, kann Kinderchen hüten. Was will frau mehr?


Sabine (11.12.08 10:54)
Haha - DAS ist klasse!
Der schreibende Mann als Traum an Häuslichkeit... hätte deine Frau denn sonst Eskapaden zu befürchten? *zwinker*

Mein Mann sieht halt nicht, dass mich das Schreiben von Drogen, Alkohol, wilden Partys und fremden Männern fernhält,
sondern wahrscheinlich eher, dass ich weniger Zeit für ihn habe.

Nein, ich weiß es eigentlich gar nicht, er macht mir nie Vorwürfe deswegen, aber ein klitzekleines schlechtes Gewissen habe ich manchmal schon- z.B. wenn ich den dritten Abend in Folge mit meinen Figuren verbringe statt mit ihm, oder wenn ich nach einer intensiven Schreibsitzung wieder mal mit Sternchen in den Augen dasitze und in Gedanken bei meinem Plot bin, anstatt ihm zuzuhören - er erträgt's mit bemerkenswertem Humor und sehr viel Geduld.

Scheint, als hätten wir großes Glück gehabt mit unseren toleranten Angetrauten. Nur ich als Frau muss mir irgendwelche völlig unnötigen Schuldgefühle einreden- typisch

Sabine

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